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VERANSTALTUNGEN UND PROJEKTE
 

FORUM NACHHALTIGKEIT IN POLITIK UND GESELLSCHAFT

Norwegischer Minister Lysbakken bei Podiumsdiskussion der Norwegisch-Deutschen Willy-Brandt-Stiftung

Die Norwegisch-Deutsche Willy-Brandt-Stiftung veranstaltet im Rahmen ihres Forums „Nachhaltigkeit in Politik und Gesellschaft“ eine Podiumsdiskussion zum Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf – Deutschland und Norwegen im Vergleich“. Am 14. April 2011 diskutieren Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in der Repräsentanz der E.ON AG in Berlin über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Norwegen und in Deutschland und stellen einen Vergleich zwischen der Situation in beiden Ländern an.

Wir freuen uns auf die Diskussionsrunde mit:
Audun Lysbakken, Minister für Kinder, Gleichstellung und soziale Integration des Königreichs Norwegen
Josef Hecken, Staatssekretär, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Hans-Peter Floren, Vorstandsmitglied E.ON Ruhrgas AG, zuständig für Gaseinkauf u.a. aus Norwegen
Helga Schwitzer, geschäftsführendes Mitglied des Vorstands der Industriegewerkschaft Metall
Stein Kuhnle, Professor für vergleichende Sozialpolitik, Universität Bergen, Hertie-School of Governance Berlin
Moderation: Sofie Geisel, Projektleiterin des Netzwerkbüros „Erfolgsfaktor Familie“, einer gemeinsamen Initiative des Bundesfamilienministeriums und des Deutschen Industrie- und Handelskammertages

Die Diskussion über den offenbaren oder scheinbaren Gegensatz zwischen Familie und Beruf geht inzwischen über die gesellschaftlichen Veränderungen, die wir gegenwärtig in Deutschland wie in vielen Teilen Europas erleben, hinaus. Die Frage der Vereinbarkeit von Beruf und Familie hat auch eine bevölkerungs- und wirtschaftspolitische Dimension angenommen. Die Beant-wortung dieser Frage erhält zunehmende gesellschaftliche Bedeutung. Dies gilt nicht nur für die Realisierbarkeit von Kinderwünschen oder die Wahl des Arbeitsplatzes, sondern auch für die Milderung des prognostizierten Mangels an gut qualifizierten Fachkräften. Mehr und mehr rückt dieser Komplex in den Diskurs in Politik und Wirtschaft.

In Deutschland wurden mit dem Ausbau der Betreuungsinfrastruktur und der Einführung des Elterngeldes erste Rahmenbedingungen geschaffen, um Beruf und Familie besser vereinbar zu machen. Die Politik der skandinavischen Länder, vor allem die norwegische Elterngeldregelung sowie die gesetzliche Frauenquote in der Wirtschaft waren Orientierungspunkte. Bemerkenswert viele Deutsche, darunter eine große Zahl von Industriefachkräften und Angehörige der Heilberufe, sind in den letzten Jahren in jene Länder ausgewandert. Die Motivation hierfür entstand nicht zuletzt vielfach auch durch die dort bestehenden besseren Möglichkeiten, Erwerbs- und Familienleben miteinander zu vereinbaren.

Häufig wird eingewandt, Frauen würden zur Erwerbstätigkeit quasi gezwungen. Mütter, die sich bewusst um ihre Kinder kümmern wollten, würden dabei tendenziell benachteiligt. Jungen Menschen würde ein verändertes Familienbild geradezu aufgedrängt. Eine Reihe von Kritikern wendet sich aus den verschiedensten Gründen gegen eine gesetzliche Frauenquote, wie sie z.B. in Norwegen praktiziert wird.

Sind Politik und Wirtschaft in Deutschland auf dem richtigen Weg? Können wir den demographisch-wirtschaftlichen Herausforderungen mit Mitteln der Familien- und Gesellschaftspolitik begegnen? Müssen wir eine fortschreitende Veränderung von familiären Traditionen und Lebensgewohnheiten mit Rückwirkungen auch auf das Rollenverständnis von Mann und Frau in Kauf nehmen oder gar befördern?



GESPRÄCHSKREISE

Gesprächskreis Nachhaltige Reformpolitik
Ein Schwerpunkt der Norwegisch-Deutschen Willy-Brandt-Stiftung ist der deutsch-nordische gesellschaftspolitische Reformdialog, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Reformdebatte in Deutschland und den Reformerfahrungen in Norwegen und den anderen nordischen Ländern.
     Seit Jahrzehnten haben unsere nördlichen Nachbarn ihren "Nordischen Wohlfahrtsstaat" mit grundlegenden Reformen gesichert und weiterentwickelt. In den Bereichen Bildungsniveau und Chancengleichheit, Wirtschaftswachstum, Umweltstandards und Sozialleistungen, soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung, Frauenerwerbsquote und Geburtenrate sind die skandinavischen Staaten vorbildlich.
     Sie haben mit ihren Reformpaketen Staatsverschuldung, Rezession und Arbeitslosigkeit weitgehend überwunden und rangieren heute in den Nachhaltigkeitsdaten der OECD, bei der PISA-Studie, ebenso wie im Report des Weltwirtschaftsforums über die globale Konkurrenzfähigkeit, an der Spitze der "Top-Ten" aller OECD-Länder.

Im Sommer 2002, vor Veröffentlichung der "Hartz-Vorschläge", gründete die Willy-Brandt-Stiftung den Gesprächskreis Nachhaltige Reformpolitik. Mit diesem Gesprächskreis will die Stiftung den Erfahrungsaustausch zwischen fachkundigen Politikern, Gewerkschaftern, Unternehmern und anderen Experten über gesellschaftliche Reformen in Deutschland und in den nordischen Ländern fördern.
      Themen sind u.a. Flexibilität der Arbeit, Aktivierungsstrategien für den Arbeitsmarkt, Bildungs- und Qualifizierungsstrategien, Gleichstellung im Erwerbsleben und Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
     

Öffentliche Veranstaltungen des Gesprächskreises Nachhaltige Reformpolitik
Unter dem Veranstaltungsmotto "Hurra, wir leben länger - aber wie ist es mit der Beschäftigung Älterer? Was können wir vom Norden lernen?" tauschten am 18. Mai 2006 die Arbeitsminister aus Deutschland, Dänemark, Norwegen und ein finnischer Arbeitsmarktexperte Erfahrungen und Strategien für eine stärkere Erwerbsbeteiligung der über 55-Jährigen aus.

 

Am 28. Januar 2004 fand unter der Regie der Norwegisch-Deutschen Willy-Brandt-Stiftung und der Deutsch-Nordischen Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag eine Veranstaltung zum Thema "Aus der tiefen Krise in den Höhenflug - Wie reformiert man in Skandinavien?" mit kompetenten Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus den nordischen Staaten statt. Thesenpapiere und Handouts können hier als PDF heruntergeladen werden.Die Norwegisch-Deutsche Willy-Brandt-Stiftung fördert gesellschaftliche, wissenschaftliche und kulturelle Projekte, die der Zusammenarbeit beider Länder und besonders dem Dialog zwischen der jungen Generation dienen.

Bereits im Januar 2003 veranstaltete die Willy-Brandt-Stiftung in Zusammenarbeit mit der schwedischen Botschaft im Gemeinschaftshaus der nordischen Botschaften eine Konferenz über die Umgestaltung des Sozialstaates in Schweden.
 

Im Dezember 2002 unterstützte die Stiftung gemeinsam mit dem Nordischen Rat eine Konferenz der Evangelischen Akademie Berlin über den "Wandel der Arbeitsgesellschaft in Nord-Ost-Europa".

Anfang Juli 2002 diskutierte der Gesprächskreis u.a. mit Florian Gerster, dem Präsident der Bundesanstalt für Arbeit und den ehemaligen Finanzministern Norwegens und Dänemarks, Schjøtt-Pedersen und Lykketoft über "Aktivierungsstrategien" für den Arbeitsmarkt in Deutschland und Skandinavien.

Gesprächskreis Energie
Dieser Gesprächskreis ist in Vorbereitung. Im Mittelpunkt stehen die Naturreichtümer im Nord-Ostseeraum und ihre langfristige und umweltverträgliche Nutzung. Der Gesprächskreis Nachhaltige Umwelt- und Ressourcenpolitik soll den Dialog zwischen Fachleuten aus deutschen und skandinavischen Unternehmen, Ministerien und der Wissenschaft über Strategien zur nachhaltigen Sicherung der Energie- und Naturressourcen im Nord- und Ostseebereich fördern. Es werden u.a. Fragen der langfristigen Gas- und Ölversorgung sowie der Potentiale regenerativer Energien (Wind/Wasser/Wasserstoff) und neuer Umwelttechnologien diskutiert.


WEITERE PROJEKTE

Ressourcenzentrum für Deutsche Sprache in Oslo
In Kooperation mit dem Goetheinstitut und dem Ressourcenzentrum für Deutsche Sprache in Oslo der Universität Oslo unterstützt die Norwegisch-Deutsche Willy-Brandt-Stiftung Aktivitäten zur Förderung der Verbreitung der deutschen Sprache in Norwegen, z.B. Konferenzen, Schülerwettbewerbe, Schüler-Austauschprojekte und den Austausch von Lehrern zwischen norwegischen und deutschen Schulen.

Nationaler Schülerwettbewerb
Auch in diesem Jahr führt das Goethe-Institut wieder einen nationalen Schülerwettbewerb durch.
Nun ist es wieder an der Zeit für Projektarbeiten im Deutschunterricht: Die Klassen können teilnehmen und tolle Preise in dem Klassenprojekt-Wettbewerb gewinnen. Den ersten Preis bei diesem Wettbewerb stiftet die Norwegisch-Deutsche Willy-Brandt-Stiftung. Alle Schüler können mitmachen, unabhängig davon, ob sie Deutsch als Fach haben oder nicht.
Das Goethe-Institut will auf diese Weise das Interesse an den deutschsprachigen Ländern wie der BRD, Schweiz und Österreich wecken und durch die Projektarbeit den Schülern die verschiedenen Kulturen der Länder näher bringen.

 

Alle weiteren Informationen finden Sie hier. [...mehr]


AUSWAHL GEFÖRDERTER EINZELPROJEKTE

Die Norwegisch-Deutsche Willy-Brandt-Stiftung vergibt Stipendien für Projekte, die in besonderer Weise zur Verständigung beider Länder beitragen. Nähere Informationen können Sie in unserem Sekretariat anfordern.

Hören Sie bitte und sprechen Sie nach
Im Jahr 2003 erstellte Geir Egil Bergjord mit Unterstützung der Willy-Brandt-Stiftung ein Berliner Fotoprojekt. Mehr: Hören Sie bitte und sprechen Sie nach.

Ausstellung "Kriegskinder"
Im Jahr 2001 förderte die Norwegisch-Deutsche Willy-Brandt-Stiftung die Fotoausstellung "Kriegskinder. Kinder von deutschen Soldaten und norwegischen Frauen 1940 - 1945" des norwegischen Photographen Einar Bangsund. Die Ausstellung wurde am 4. Juli 2001 von Bundesinnenminister Otto Schily unter Anwesenheit des damaligen norwegischen Außenministers Thorbjørn Jagland im Rathaus Schöneberg, Berlin, eröffnet. Sie wurde neben Berlin und Oslo in weiteren norwegischen und deutschen Städten gezeigt. Parallel zur Eröffnung der Ausstellung organisierte die Stiftung ein Seminar über das Schicksal der rund 12.000 deutsch-norwegischen Kriegskinder. Die Ausstellung und das Seminar erregten erhebliches Aufsehen und trug in Norwegen zu parlamentarischen und gesellschaftlichen Initiativen zu Gunsten der Kriegskinder bei.